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Ringelnatter

Heimische Arten

Ringelnatter – Natrix natrix  (LINNAEUS, 1758)

In Deutschland zwei Unterarten:
Nominatform - Natrix natrix natrix (LINNAEUS, 1758)
Barrenringelnatter - Natrix natrix helvetica (LACÉPÈDE, 1789)

Name
„Ringelnatter"  bezieht sich auf die einem unvollständigen Halsring ähnelnden beiden weißen oder gelben Nackenflecken; „Natrix" (lat.) bedeutet „Schwimmerin", die Unterartbezeichnung „helvetica" weist auf die  Schweiz hin, von wo die zuerst beschriebenen Exemplare dieser Subspezies stammen.

Länge
Bis 150 cm.

Gestalt
Relativ großer, kräftiger (♀♀) bzw. schlanker (♂♂) Körper, mehr oder weniger deutlich abgesetzter Kopf, relativ große Augen, runde Pupillen, Schuppen der Oberseite gekielt bis auf die letzte sowie oft auch  vorletzte  Reihe vor den Ventralia.

Färbung und Zeichnung
Grundfarbe der Oberseite grau, bräunlich, grünlich oder auch schwarz, Unterseite weißlich mit schwarzen, rechteckigen Flecken;
charakteristische Nackenzeichnung, bestehend aus einem weißen oder gelblichen, halbmondförmigen Fleck auf jeder Seite, der hinten und vor allem bei der Nominatform auch vorn von je einem schwarzen Fleck begrenzt wird; „Halbmondflecken"   sind bei N. n. helvetica oft recht blass, können mit zunehmendem Alter ganz verschwinden und sind in der Regel zur Kopfseite hin nicht schwarz abgesetzt;
auf dem Rücken kleine schwarze Flecken, die auch fehlen können;
bei N. n. helvetica an den Seiten je eine Reihe schwarzer, länglicher, senkrecht stehender Flecken („Barren" – daher der Name „Barrenringelnatter")

Geschlechterunterschiede
♀♀ wesentlich länger und kräftiger als die ♂♂ (Tiere mit Längen über 1 m fast ausschließlich ♀♀); im Verhältnis zur Gesamtlänge längere Schwänze bei ♂♂ als bei
♀♀.


Verbreitung in Deutschland
Annähernd flächendeckend verbreitet (häufigste Schlange Deutschlands), fehlt nur in den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen sowie in ausgeräumten Agrarlandschaften (siehe Karte); beide Unterarten treffen in der Rheinregion aufeinander,    wo Mischpopulationen vorkommen.

Lebensräume
Halboffenes und offenes, vorzugsweise feuchtes und sumpfiges Gelände in Gewässernähe, aber auch abseits der Gewässer an Waldrändern, in Gärten, Parkanlagen, Steinbrüchen, Kiesgruben etc.

Fortpflanzung
Eierlegend, Ablage von bis zu 50 (und gelegentlich auch mehr) Eiern Ende Juni bis Anfang August, erste Jungtiere ab Ende Juli.

Nahrung
Amphibien (vor allem Frösche und deren Kaulquappen) und Fische, aber auch Eidechsen, Kleinsäuger (Mäuse, Spitzmäuse) und sogar Vögel.  

Verteidigung
Harmlos, bei (vermeintlicher) Gefahr Drohhaltung, Zischen, „Scheinbisse", Entleerung eines übelriechenden Sekretes aus den Analdrüsen, Totstellreflex, bei dem Blutstropfen aus dem Maul austreten können.

Literatur:
► Günther, R. & W. Völkl  (1996): Ringelnatter – Natrix natrix ( Linnaeus , 1758). – pp. 666-684 in  Günther, R . (Hrsg.):  Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. – Gustav Fischer Verlag, Jena, Stuttgart,    Lübeck, Ulm.
Kindler, C., Böhme, W., Corti, C., Gvoždík, V., Jablonski, D., Jandzik,  D., Metallinou, M., Široký, P. & Fritz, U. ( 2013 ):  Mitochondrial phylogeography,    contact zones and  taxonomy of grass snakes ( Natrix natrix ,  N. megalocephala ). -  Zoologica Scripta, 42:  458 472.
► Kwet, A.  (2010): Reptilien und Amphibien Europas. 190 Arten mit Verbreitungskarten. – Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG., Stuttgart, 2. Auflage, 253 Seiten.

Weitere Informationen zur Ringelnatter finden Sie auf der Internetseite der DGHT AG Feldherpetologie & Artenschutz.
Folgen Sie hierfür einfach dem Link:


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